Erinnerung an das Gute

Liebe Freude Interesse Glück Glückseligkeit Freiheit Lebendigkeit Nächstenliebe Zuneigung Mitgefühl Inspiration Begeisterung Berührung Würde Erleuchtung Entfaltung Entdeckerfreude Zufriedenheit Empfindsamkeit Genügsamkeit Klarheit Schönheit Schöpfung Läuterung Widerstandskraft Kraft Frohlocken Einkehr Weitsicht Gelassenheit Ausgewogenheit Harmonie Überfluss Vielfalt Vielseitigkeit Hilfsbereitschaft Emsigkeit Vollkommenheit Fleiß Willenskraft Beseeltheit Intelligenz Verstehen Präsenz Beweglichkeit Humor Witz Durchdringung Mut Wagemut Übersicht Perspektive Zielstrebigkeit Orientiertheit Verbundenheit Verwurzelung Heimat Standfestigkeit Friedliebe Spontanität Wildheit Kultiviertheit Disziplin Selbstkontrolle Leben Lachen Entfesselung Zuversicht Beschwingtheit Neutralität Authentizität Ehrlichkeit Aufrichtigkeit Achtsamkeit Rücksicht Voraussicht Entspannung Wachstum Entwicklung Esprit Wonne Sonnigkeit Rechtschaffenheit Gewissen Feuer Erdung Überlegtheit Treue Vertrauen Eigenständigkeit Selbständigkeit Eigenverantwortung Verantwortung Strahlkraft Güte Dankbarkeit Hoffnung Charisma Bescheidenheit Demut Beständigkeit Natürlichkeit Zeitlosigkeit Sinn Besinnlichkeit Farbe Verlässlichkeit Wachheit Genauigkeit Heiterkeit Ausgeglichenheit Echtheit Wahrheit Wahrhaftigkeit Unschuld Kindlichkeit Reinheit Unbedarftheit Ordnung Fürsorge Besonnenheit Lebenskraft Großherzigkeit Herzlichkeit Weisheit Differenzierung Handlung Bewusstsein Segen Vergebung Versöhnung Brüderlichkeit Temperament Gestandenheit Wärme Gottvertrauen Dynamik Fülle Kooperation Zusammenwirken Liebevolles Schöpfen Ideenreichtum Rhythmus Fähigkeit Potenzial Strukturiertheit Synchronizität Synthese Horizont Reinigung Schutz Ausdauer Erweckung Wahlfreiheit Selbstbestimmung Unabhängigkeit Autonomie Geborgenheit Erquickung Seelenfrieden Labsal Würdigung Debatte Auseinandersetzen Freiraum Sanftheit Ermutigung Erneuerung Zukunftsorientiertheit Offenheit Standhaftigkeit Erhellung Erkennen Antrieb Rückgrat Großzügigkeit Tatendrang Menschlichkeit Beleuchtung Wahrheitssinn Wahrheitsstreben Freundschaft Väterlichkeit Barmherzigkeit Größe Intuition Verzeihung Konzentration Unendlichkeit Ewigkeit Fluss Ermunterung Respekt Wertschätzung Mütterlichkeit Licht Heilung Wunder Göttlichkeit Einsicht Menschenliebe Vernunft Freundlichkeit Erbarmen Originalität Eintracht Seligkeit Zärtlichkeit Behüten Geburt Rührung Austausch Sternstunde Maß Kreativität Zweisamkeit Aufatmen Juchzen Singen Linderung Lindheit Gabe Altehrwürdigkeit Aufbruch Eingebung Lebenslust Sonnenaufgang Sternenlicht Frieden Frohsinn Selbstlosigkeit Fürsprechen Begegnung Ausweg Trittsicherheit Anregung Lächeln Befreiung Erfrischung Wohlwollen Erlösung Warmherzigkeit Kommunikation Zuhören Gutes Sanftmut Unermüdlichkeit Beherztheit Getragensein Offenherzigkeit Leichtigkeit Klang Behutsamkeit Altruismus Herzinnigkeit Ergrünen Erblühen Fruchtbarkeit Bedacht Heilsein Klarsicht Zeithaben Tierliebe Niveau Milde Entgegenkommen Entzücken Verzicht Ernsthaftigkeit Vorsicht Überwindung Beflügeltsein Kinderliebe Herrlichkeit Seelenreichtum Echtes Sinnlichkeit Werte Tapferkeit Erinnerung Vorfreude Herz Gewissheit Gewissenhaftigkeit Teilnahme Mutterliebe Ausstrahlung Sorgfalt Fantasie Achtung Erfinderreichtum Verwirklichung Nachsicht Wahrheitsliebe Redlichkeit Freigiebigkeit Tatkraft Erfüllung Weihnachten

Ich wünsche allen Menschen auf diesem Wege fröhliche Tage. Von jetzt an und auch in der Zukunft. Wer Freude daran hat, kann sich all die guten Wörter ausdrucken:

Es ist auch möglich, sich ein wenig Zeit zu nehmen, um sich an weitere Wörter und Worte zu erinnern. Es gibt Kraft. Und vielleicht ist der Wunsch da, diese Freude mit anderen Menschen zu teilen. Per E-Mail zum Beispiel. Oder ganz direkt.

Woher Hast und Eile kommen

Ein Blick auf den Terminkalender: keine Verpflichtungen heute, Gott sei Dank. Und trotzdem macht sich Unruhe breit. Woher kommt das? Wann stellt sich Ruhe ein?

Der zweite Weihnachtsfeiertag wollte zügig zu Ende gehen. Ich blickte konzentriert auf die Flammen im Ofen. Sie hatten das Scheit Holz fest im Griff. Mich hatte etwas anderes im Griff: das, was morgen sein wird. Was das sein möge, wusste ich selbst noch nicht. »Ich muss vorwärtskommen«, das diktierte der Kopf.

Die Welt da draußen dreht sich immer schneller; die Erde nicht: Die Sonne geht weiterhin jeden Morgen auf, stoisch, unbeirrt. Gütig blickt sie auf ihre Kinder, streichelt sie mit ihren Strahlen. Was sie wohl denkt, wenn sie all die Menschen betrachtet? Die Leute eilen und fliehen – doch vor was?

Ich merkte: Die Rastlosigkeit verengt wie ein Schmerz meinen Brustraum. Was sagte dieses Gefühl? Ich ging ihm nach und konnte es für meinen Verstand übersetzen:

Es muss schnell gehen. Du verlierst Zeit. Du vergeudest Zeit. Tue mehr Dinge, wo du in deinem Schaffen mit der Seele aufgehst.

Ein wenig Stille und Ruhe machte sich in mir breit. Ja, mein Kopf diktiert mir unablässig Notwendigkeiten, Aufgaben – angeblich wichtig, um Ziele zu erreichen. Ich bin immer am Werden. Ich bin der Erfüllungsgehilfe für große Pläne. Wann lebe ich?

Übersicht

Jüngste Beiträge nach Rubrik

21.03.2021, Tips für alle, die neu im Garten sind: »Gestern, der 20. März, ist das Sommerhalbjahr angebrochen. Allen angehenden Gärtnern möchte ich aus diesem Anlass einige Hinweise geben …«

02.09.2018, Fassung einer Kluftquelle im Lungau: »Im Mai haben wir am Krameterhof wieder eine Quelle gefasst und ich habe die Möglichkeit genutzt und ein paar Bilder gemacht …«

→ Mehr Artikel zum Thema »Natürlicher Landbau» anzeigen

27.12.2021, Woher Hast und Eile kommen: »Ein Blick auf den Terminkalender: keine Verpflichtungen heute, Gott sei Dank. Und trotzdem macht sich Unruhe breit. Woher kommt das? Wann stellt sich Ruhe ein?«

21.12.2021, Erinnerung an das Gute.

01.12.2021, Das Recht des Stärkeren: »Was ist Freiheit, was bedeutet Gemeinwohl? Die in unserer Gesellschaft dazu verbreiteten Vorstellungen scheinen Gegensätze darzustellen. Doch sie sind keine.«

20.09.2021, Ein Weihnachtslied: »Kahl stehen die Lärchen am Waldesrand, am Boden zerstreut hat sich ihr goldnes Gewand; erkaltet, erstarrt ist die weite Flur …«

Bücher lesen

Falls Sie die Literatur lieben, sehen Sie sich meine Leseempfehlungen an!

Rundbrief abonnieren

Informationen aus meiner Feder, die der Seele guttun und das Denken befreien, können Sie sich auch regelmäßig per E-Mail zusenden lassen. Abonnieren Sie den Rundbrief!

Das Recht des Stärkeren

Was ist Freiheit, was bedeutet Gemeinwohl? Die in unserer Gesellschaft dazu verbreiteten Vorstellungen scheinen Gegensätze darzustellen. Doch sie sind keine: Die vorherrschenden Bilder von Freiheit und Gemeinwohl sind die zwei Seiten einer Münze und bilden gegeneinander abgewogen unsere Realität ab. Dieser Artikel hält noch mehr Überraschungen vor: Wir wollen nämlich wissen, ob die Auffassungen, davon, was Freiheit und Gemeinwohl bedeuten, belastbar sind. Das tun wir, indem wir größere Zeiträume der menschlichen Existenz in den Blick nehmen und in einen anderen Teil der Welt reisen: in einen finsteren Wald, den Lebensraum zweier Völker. Möge er Licht ins Dunkel bringen!

Freiheit?

In einem fernen Staat gibt es 350.000 Hektar Wald. Jeder Bürger kann Forstflächen erwerben, soviel er will. Zumindest sofern er es zahlen kann und solange sich ein Verkäufer findet. Die Bevölkerung ist daher überzeugt, dass sie in einem freien Land lebt, denn man ist frei darin, Wald zu kaufen oder zu verkaufen, und der Staat garantiert für das Eigentum.

Gemeinwohl?

Gleich daran an grenzt eine Republik mit ganz anderen Vorstellungen und Wertigkeiten. Weiterlesen

Ein Weihnachtslied

Kahl stehen die Lärchen am Waldesrand,
Am Boden zerstreut hat sich ihr goldnes Gewand;
Erkaltet, erstarrt ist die weite Flur,
Als stünde sie still, die Weltenuhr.

Im Nebel verliert sich das dürre Geäst;
Abnoba¹ aus dem Haine schläft tief und fest.
Oben in den Kronen siehst du Eiskristalle blinken,
Während die Zweige unter ihrer Last herniedersinken.

Pralle blaue Schlehen in einem fort,
Tiefrote Hagebutten da und dort!
Und leise zieht der Winter ein
Mit den ersten zarten Flöckelein.

***

Beglückt reichen wir uns die Hände sacht:
Das Land hat sich verwandelt über Nacht.
Wunderbar ist die Natur, liebes Kind;
Zauberhaft der Schnee, so leicht und lind!

Kannst du sehen, wovon wir träumen –
Siehst du die Bilder von blühenden Säumen?
Hör nur das Summen, das Plätschern, das Lachen,
Wie sie ein Feuer in der Seele entfachen!

Du darfst der Biene deine Wünsche sagen –
Welche Blüten sollen Früchte tragen? –
Und für dich sprießen die schönsten Kräuter
Wie auch die entzückendsten Sträucher.

***

Und an einem warmen Orte
Hast du durchschritten die Pforte …
Das Licht erblickt in der tiefsten Nacht
Und so viel Freude mitgebracht.

Lesen Sie weiter →

Tips für alle, die neu im Garten sind

Gestern, der 20. März, ist das Sommerhalbjahr angebrochen. Allen angehenden Gärtnern möchte ich aus diesem Anlass einige Hinweise geben:

An morgen denken

Denken wir nur an die Ernte im Herbst, könnten uns die eigenen Erwartungen bald enttäuschen. Am leichtesten gärtnert es sich, wenn wir die Zukunft im Blick halten. Was wir heute tun, tun wir für morgen.

Humus aufbauen

Auch wer vom Gärtnern träumt, aber noch keine Zeit dazu findet, kann heute die Saat für morgen legen:

Unser Planet Erde ist nur dank einer dünnen Haut ein blühendes Eden: Humus ist die Quelle dieser Fruchtbarkeit. Ist der Boden daran reich, färbt er sich dunkelbraun bis schwarz. Dann hat die Erde eine krümelige Struktur und bindet Wasser wunderbar.

Wenn die Fläche, auf der man eines Tages anbauen will, schon feststeht, kann man die Beete per Flächenkompostierung vorbereiten. Grüne, nährstoffreiche Dinge werden gemischt mit gehäckseltem faserigem und holzigem Material laufend dem Boden gefüttert. Die Schichthöhe sollte zu keinem Zeitpunkt eine Stärke überschreiten, bei der es aufgrund von Luftmangel zu Wärmebildung käme; 10cm könnten ein guter Richtwert sein. Es werden viele Würmer herbeieilen und mit ihren Helfern gemeinsam besten Kompost bereiten. Für größere Gärten würde sich Gehäckseltes von der Grünschnittannahmestelle anbieten sowie Gras. (Wenn es sich um feinen Rasenschnitt handelt, gut mischen mit anderem Material, damit sich nicht Hitze und Fäulnis darin entwickeln.)

Samen ziehen

Saatgut in Tütchen ist teuer. Solche geringen Portionen sind geschickt, wenn man Pflanzen vorzieht, nicht aber dann, wenn man direkt aussät:

Oft keimt der einzelne Same an der gewünschten Stelle nicht oder eine Schnecke grast ihn ab und es bleibt eine Lücke. Wenn der Boden nicht feinkrümelig ist, sondern eine grobe Struktur aufweist, weil ihm Humus fehlt, dann liegt der gesäte Samen mal zu tief, mal zu nah an der Oberfläche und ist damit unter Umständen verloren. Weiterlesen

Fassung einer Kluftquelle im Lungau

Letzten Herbst habe ich von einer Quellfassung in Niederösterreich berichtet. Einige Leser sagten, ihnen hätten da die Bilder gefehlt. Sie könnten sich nicht so gut vorstellen, was da eigentlich passiert. Im Mai haben wir am Krameterhof wieder eine Quelle gefasst und ich habe die Möglichkeit genutzt und ein paar Bilder gemacht.

So sieht die Kluftquelle aus.
Die Quelle wird nicht zur Trinkwasserversorgung benötigt. Wir werden sie fassen, um das Wasser durch ein Rohr in den anliegenden Teich plätschern zu lassen. So bleibt im kalten Lungauer Winter ein Teil der Wasseroberfläche eisfrei. Und die Bewegung reichert das Wasser mit Sauerstoff an.

Lesen Sie weiter →

Am Wasser kann man alles messen

  • Diesen Aufsatz habe ich anlässlich dem Abschluss meines Lehrgangs zum Holzer’schen Permakulturpraktiker verfasst. Was ist das Verhältnis der Menschheit zu ihren Lebensgrundlagen Humus, Wasser und (Boden)fruchtbarkeit? Und wie könnte es in Zukunft aussehen? In diesem Artikel erwarten Sie unkonventionelle Gedanken.

Friedensreich Hundertwasser hat sich einmal gefragt, warum wir zwar Gott danken für unser täglich Brot, aber nicht beten, auf dass sich das, was durch den Magen ging, wieder in Erde umwandle. Was vor den Zeiten von Wassertoilette und Schwemmkanal war, ist gar nicht so einfach herauszufinden. Aufzeichnungen gibt es aus den Städten, aber dort lebte einmal nur ein Bruchteil der Bevölkerung. In den ländlichen Stadtteilen und auf dem Land hat es aber auf jeden Fall das Plumpsklo, mit oder ohne Abdichtung zum Boden hin, gegeben. Konnte die Flüssigkeit versickern, bot sich das Zweigrubensystem an: Ein Jahr lang hockte man über der linken Grube, im nächsten über der rechten. In dieser Zeit konnte der Grubeninhalt vom Vorjahr kompostieren, bevor er ausgeräumt wurde und alles von vorne begann. Wurde die Flüssigkeit aber daran gehindert, ihren Weg Richtung Grundwasser zu suchen, musste man regelmäßig Hand anlegen und das Unaussprechliche ausheben. Auch noch in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts rückten auf dem Land Dienstleister an – man nannte sie liebevoll Scheißefahrer –, pumpten die Gruben leer und brachten alles auf die Felder. Außerdem soll es auch Abtritte über dem Saustall gegeben haben, wobei die Feststoffe von den Sauen gefressen wurden. Wo man aber den Bezug zur Natur gänzlich verloren hatte, hielten entsprechende Zustände Einzug:

»Das wunderschöne, romantische Bild von Wall und Wehrgang, von hohen Giebeln und gotischen Türmen ergänzte sich durch einen beispiellosen Schmutz. Die antiken Stadtwesen schwemmten wenigstens ihren Unrat weg, den mittelalterlichen fiel das aber nicht im entferntesten ein. Es gab zwar Gossen als eingetiefte Längsrinne in der Straßenmitte. Aber die mündeten nicht in unterirdische Ablaufkanäle, höchstens daß die eine oder andere einmal in die faulenden Gewässer des Stadtgrabens überfloß. Soweit Stadtbäche vorhanden waren, benützte man sie zum Trinken, Bleichen und Waschen, und die Gerber und Färber nahmen sie für sich in Anspruch. […] In dasselbe Wasser, das ein paar Gossen weiter für die Küche geschöpft wurde, warf man oft genug tote Hunde, Katzen und Schweine und Abhub aller Art hinein. Auch Nachttöpfe und Leibstühle wurden dorthin ausgegossen.«

Annie Francé-Harrar¹

Lesen Sie weiter →

Quellfassung in Niederösterreich

Anfang Oktober war ich mit dem Lehrgang bei einer Familie in Niederösterreich zu Gast. Wir haben dort eine Quelle gefunden und gefasst. Im Folgenden eine Beschreibung, wie es uns gelang.

Wir standen auf der Hügelkuppe, schauten nach links, nach rechts – hier fällt der Regen, sickert ein, trennt sich und geht verschiedene Wege; das ist die Wasserscheide. Wir folgten dem Wasser talabwärts Richtung Süden, weil diese Seite des Hangs zum Hof gehört. Schwarzerlen, Eschen oder die Waldrebe verrieten uns, dass wir auf dem richtigen Pfad waren; sie zeigen Feuchtigkeit an. Wir hatten die Waldgrenze erreicht und stiegen in die Wälder ab. Bald schon stießen wir auf einen kleinen, wasserführenden Graben. War das Regenwasser? Wo kam das Rinnsal her? Und siehe da, es floss aus der Böschung heraus.

Am nächsten Tag wollten wir unsere Vermutung überprüfen, dem Wasser nachgraben. Ein kleiner Bagger hätte es auch getan, aber der 16 Tonnen schwere war eben schon vorhanden; er gehört zum Fuhrpark. Josef stand mit einer Schaufel im Graben, ein Lehrgangsteilnehmer lenkte den Bagger und die anderen blieben in sicherer Entfernung. Der Bagger wurde so positioniert, dass er einen sicheren Stand hatte, aber gleichzeitig so arbeitete, dass er nicht quer zum Hang Erdreich abtrug, sondern möglichst in den Hang grub. Dadurch wird die bergseitige Wand der Baugrube weniger belastet. Jetzt stach der Böschungslöffel in den Boden ein, reiste Jahrhunderte in die Vergangenheit, erhob sich wieder und türmte die Erdmassen an einem anderen Ort auf.

Josef suchte nach jeder Grabung mit der Schaufel nach dem Verbleib des Rinnsals und achtete mit peinlicher Genauigkeit darauf, dass die Erde immer auf der Höhe des Wassers abgegraben wurde und nicht tiefer. Immer wieder musste der Bagger das Bachbett nachziehen, damit Josef nicht im Sumpf verschwand.

Allmählich kamen wir tiefer in die Böschung hinein und entdeckten eine bläuliche Bodenschicht. Weiterlesen

Warum veredelt man Äpfel und woher stammt das Wort Permakultur?

Liebe Leser,

im Mai habe ich meinen Lehrgang am Krameterhof begonnen. Wir sind etwa 20 Leute aus der Schweiz, Österreich und Deutschland. Einmal im Monat kommen wir für vier Tage zusammen. Zu Beginn erzählte uns Josef Andreas – er ist der Sohn von Sepp Holzer und Leiter des Lehrgangs – über die Philosophie der Permakultur. Wir lernten etwas über Wälder, alte und moderne Waldnutzungsformen. Josef machte einen kleinen Rundgang mit uns und zeigte Teiche, Erdkeller und seine vielen Tiere. Danach beschäftigten wir uns zwei Tage mit Obst und lernten das Veredeln. Im Juni haben wir dann Pilze vermehrt, erfuhren über den Körperbau der Pflanzen (Pflanzenphysiologie), ihre Erkennungsmerkmale und welche Rückschlüsse sie auf die Bodenbeschaffenheit zulassen (Zeigerpflanzen). Außerdem besprachen wir die Bodenschichten (Geologie), wann Quellen austreten und wie man das Wasser auf dem eigenen Land sammelt und hält (Wasserretention). Am letzten Tag bauten wir auf großen Tischen ein maßstabsgetreues Modell aus sandiger Erde. Nach der Fertigstellung hatte jede Gruppe ein Abbild des Grundstücks vor sich und überlegte, wie man es gestalten und nutzen könnte.

Das Wort Permakultur

Woher kommt das Wort Permakultur? David Holmgren und der Australier Bill Mollison haben es in den 70er Jahren aus ›permanent agriculture‹ (dauerhafte Landwirtschaft) zusammengesetzt. Schon 1910 schrieb Cyril George Hopkins ein Buch mit dem Titel ›Soil Fertility and Permanent Agriculture‹ (Bodenfruchtbarkeit und dauerhafte Landwirtschaft). Franklin Hiram King veröffentlichte 1911 ›Farmers of Forty Centuries (or) Permanent Agriculture in China, Korea and Japan‹ (Bauern von 40 Jahrhunderten (oder) dauerhafte Landwirtschaft in China, Korea und Japan).

Für mich ist Kultur das, was daraus entsteht, wenn der Mensch eine Beziehung mit der Natur eingeht. Ob eine Kultur von Bestand sein kann, messe ich an den Honigbienen: sterben die Bienen, stirbt die Kultur. Was ich also hoffe am Krameterhof mitnehmen zu können, sind Impulse, wie man die Samen für eine neue, dauerhafte Kultur sät.

Die unbekannte Geschichte des Veredelns

Im Mai hat jeder von uns zwei Apfelbäume veredelt. Aber was ist Veredeln? Das ist, wenn man zwei Pflanzen oder Pflanzenteile miteinander verbindet und zum Verwachsen bringt. Aus zwei Bäumen wird einer, denn von nun an teilen sich beide den Saftstrom.

Nur warum veredelt man einen Apfel? Weiterlesen