Kurz notiert

Kurz notiert

12.03.26, Neues zum Thema Bargeld (9/2026):
— Nach der Slowakei, Ungarn und Slowenien: Die Schweiz schreibt das Bargeld in die Verfassung. Am Sonntag stimmten 73,4 Prozent dafür, die Gewährleistung der Bargeldversorgung durch die Nationalbank ins höchste Gesetz aufzunehmen.
— Schweiz: Die Parteipräsidenten von SVP, Mitte und Sozialdemokraten sprachen sich in der Elefantenrunde im SRF-Fernsehen am Sonntagabend nach der Volksabstimmung für die verpflichtende Akzeptanz von Bargeld aus, soweit eine staatliche Stelle Zahlungsempfänger ist (Minute 24:30). In Deutschland lehnen unterdessen immer mehr Behörden Bargeld ab. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD verschreibt sich einer sogenannten Digital-only-Strategie.
— Unsere Bargeld-Petition läuft weiter bis Oktober 2026. Wir bemühen uns aber, die Petition so bald als möglich dem Währungsausschuss des EU-Parlaments vorzustellen.
— Seniorenrat Barnstorf unterstützt die Petition für den europaweiten Schutz des Bargelds.
— Ein Geschäft unter sieben in Großbritanniens Einkaufsstraßen hat letztes Jahr das Bargeld abgeschafft.
— Die Veranstaltungshalle ÖVB-Arena in Bremen schafft Bargeld ab.
notizen-2026/#120326-997

03.03.26, Neues zum Thema Bargeld (8/2026):
— Überschuldung und Ausgabenkontrolle: Bei den 18- bis 20-Jährigen stiegen die Privatinsolvenzen 2025 um 52,6 Prozent.
— Bargeld wurde jüngst in fünf Duisburger Parkhäusern abgeschafft.
— Duisburg stellt den Busverkehr auf bargeldlosen Ticketverkauf um.
— Dortmund schafft dieses Jahr Bargeld in Bus und Bahn ab.
— Regierung von Singapur prüft Einführung von Bargeld-Annahmepflicht.
— Schweiz: Streitgespräch im SRF über Volksinitiative pro Bargeld – mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter und Initiant Richard Koller.
— Schweiz: Jüngere Menschen befürworten Bargeld-Initiative laut Umfrage genauso wie ältere.
— Deutschland: 64 Prozent der 18- bis 24-Jährigen nennen Bargeld unter mehreren Zahlungsmitteln als das am häufigsten von ihnen verwendete.
— Liechtenstein: Fraktionen im Landtag sind gespalten zur Frage der Bargeld-Annahmepflicht.
— Neuseeland: Zentralbank schlägt vor, Banken zu verpflichten, Zugang zu Bargeld zu gewährleisten. 95 Prozent der Stadtbevölkerung sollen innerhalb von drei Kilometern an Bargeld gelangen, Landbevölkerung innerhalb von 15 Kilometern.
notizen-2026/#030326-321

24.02.26, Neues zum Thema Bargeld (7/2026):
— Unsere Bargeld-Initiative tritt an das EU-Parlament heran. Wir bitten um einen Termin, um die Petition vorzustellen.
— Einführung des digitalen Euros kostet Banken vier bis sechs Milliarden Euro. Die Banken werden danach Gebühren von Einzelhändlern kassieren, wenn Kunden mit dem digitalen Euro bezahlen. Der Handelsverband Deutschland kritisiert das Gebührenmodell.
— Barzahlungsquote sinkt in der Schweiz auf 26,5 Prozent.
— Liechtensteiner Politiker lanciert Volksinitiative für Bargeld-Annahmepflicht.
— Im Parlament der britischen Kanalinsel Jersey (100.000 Einwohner) bringt ein Parlamentarier die Annahmepflicht für Bargeld auf die Tagesordnung.
— Mehrere Kantone in der Schweiz diskutieren Annahmepflicht für Bargeld in bestimmten Bereichen.
— Deutschland: Immer mehr Händler lehnen Bargeld ab.
— Niederlande: Immer seltener kann mit Bargeld bezahlt werden – Senioren wütend.
— Indien: Mautstellen der nationalen Fernstraßen nehmen ab April kein Bargeld mehr an. Premierminister Modi sprach sich 2017 für ein Indien ohne Bargeld aus.
— Schweiz: Gastwirt aus dem Kanton Glarus berichtet: Kartenzahlungen kosten ihn im Jahr mehrere Tausend Franken.
— Kroatien: Urlauber aus Österreich löste keinen Parkschein, weil er nicht bar bezahlen konnte. Nun musste er 250 Euro Strafe zahlen.
— Schweiz: Schaffhauser beklagen Abzocke in Bussen. Vergisst man beim Aussteigen, mit der Karte auszuchecken, dann zahlt man den vollen Preis. Bargeld wurde in den Bussen abgeschafft.
— Schweiz: Am 8. März stimmt das Volk ab, ob Bargeld Verfassungsrang erhält. Der SRF porträtiert Initiant Richard Koller.
— Ökonom Prof. Binswanger im Interview: »Der Staat hat ein Interesse daran, Bargeld zurückzudrängen.«
— Österreicher sind die größten Bargeldfans in Europa, Deutschland Platz fünf.
notizen-2026/#240226-319

17.02.26, Neues zum Thema Bargeld (6/2026):
— Deutsche Bank kündigt Spendenkonto von Pro-Bargeld-Aktivist.
— Alle Busse in Erfurt fahren jetzt bargeldlos.
— Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmen befürwortet Abschaffung des Bargelds in Bussen.
— Schweiz: Kanton Basel-Stadt gewährt Darlehen für den Einkauf neuer Fahrschein-Automaten, die kein Bargeld mehr akzeptieren.
— Im EU-Parlament zeichnet sich Zustimmung zum Währungsprojekt »Digitaler Euro« ab.
— Ob beim Bäcker oder im Stadion: In Augsburg wurde an einigen Orten das Bargeld abgeschafft.
notizen-2026/#170226-840

11.02.26, Neues zum Thema Bargeld (5/2026):
— Stadtrat von Sandersdorf-Brehna (Sachsen-Anhalt) beschließt, dass behördliche Dienstleistungen wieder bar bezahlt werden können.
— Frankreich: Gesetzesentwurf für den Zugang zu Bargeld im Senat eingebracht. Jede Kommune ab 1000 Einwohnern soll mindestens einen Geldautomaten besitzen und 90 Prozent der Bevölkerung sollen innerhalb von fünf Kilometern an Bargeld gelangen.
— Kontokündigung: Bargeld-Aktivist Hansjörg Stützle verliert Spendenkonto.
— Schweiz: Petition in Graubünden fordert, dass Parkgebühren in Ilanz wieder bar beglichen werden können. Der Gemeindepräsident echauffierte sich.
notizen-2026/#110226-068

03.02.26, Neues zum Thema Bargeld (4/2026):
— Aufgrund der EU-Münzgeldprüfverordnung nehmen Banken teils exorbitante Münzgebühren. Ein Bäcker zahlt 50 Cent pro Münzrolle obendrauf. Nun ruft er deshalb zur Kartenzahlung auf.
— Bayerns Verbraucherschutzminister Glauber will, dass im ÖPNV-Nahverkehr auf die eine oder andere Weise auch mit Bargeld bezahlt werden kann.
— Schweiz: Eine klare Mehrheit ist dafür, dass Bargeld Verfassungsrang erhält.
— Die »Zeit« kritisiert die Bargeld-Bewegung. Ich habe eine Gegendarstellung veröffentlicht.
— 14 Sozial- und Wirtschaftsverbände wenden sich an die Bundesregierung und fordern Akzeptanz und Verfügbarkeit von Bargeld.
— Sparkasse Mittelthüringen ist bemüht darum, dass auf Stadtfest in Erfurt von allen Händlern Kartenzahlung akzeptiert wird.
— Restaurant in Uetersen nimmt kein Bargeld mehr an.
— Schweiz: Regierung des Kantons Aargau ist gegen Bargeld-Annahmepflicht.
— Schweiz: Verband rechnet vor, dass die Verkehrsbetriebe durch Abschaffung des Bargelds nur acht Franken pro Automat und Tag einsparen.
notizen-2026/#030226-335

02.02.26, Für die Wahrheit keine Zeit: Gründlich recherchierte Informationen über die EU-Debatte um den Schutz des Bargelds erhalten Leser der »Zeit« nicht. Stattdessen stellt die Wochenzeitung die Bargeld-Bewegung um Hansjörg Stützle infrage. Meine Replik gibt es hier.
notizen-2026/#020226-989

Ältere Notizen →

Kurz notiert 2025

Kurz notiert 2025

→ Jüngere Notizen hier

20.12.25, EU-Ministerrat beschließt Annahmepflicht für Bargeld: Händler und Dienstleister sollen in ihren Ladenräumen zwingend Bargeld an Zahlung nehmen. Auf diesen Kompromiss haben sich die EU-Finanzminister geeinigt. Der finale Gesetzesentwurf wurde am gestrigen Freitag (19. Dezember) auf der Internetseite des EU-Ministerrats veröffentlicht. Damit würden sich Händler zukünftig im illegalen Bereich bewegen, wenn sie Barzahler mit einem Schild an der Ladentür abweisen. Ausnahmen gelten jedoch für Betreiber von Parkschein- und Fahrscheinautomaten sowie für SB-Tankstellen. Zudem bleibt es den Euroländern frei, innerhalb ihrer nationalen Regelungskompetenz weitere Ausnahmen vorzusehen. Eine solche Ausnahme existiert in Deutschland bereits seit 2021 für den Ticketverkauf in Bussen und Straßenbahnen. Für das Gesetz stimmten damals SPD, Union und Grüne. Auch viele Bürgerämter lehnen Bargeld ab. Dieser Praxis schiebt der Verordnungsentwurf des Ministerrats keinen Riegel vor.
In den kommenden Monaten debattiert der Währungsausschuss des EU-Parlaments über das geplante EU-Bargeld-Gesetz. Eine Entscheidung steht im Mai 2026 an. Danach folgen Gespräche mit dem Ministerrat, da sich beide Kammern auf einen finalen Gesetzesentwurf einigen müssen.
Für uns als Initiatoren der Petition für den europaweiten Schutz des Bargelds ist die Nachricht erfreulich. Es verbleiben jedoch einige Punkte, in denen das Bargeld gegenüber dem geplanten Digitalen Euro benachteiligt bleibt. Insbesondere der Zugang zu Bargeld via Geldautomaten könnte sich deshalb in Zukunft weiter verschlechtern. Es heißt deshalb weiterkämpfen für den Schutz des Bargelds.
notizen-2025/#201225-966

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Raus aus der Bildungsfalle

Grafik zur Symbolisierung. Lizenz: Bild von Persblik / Pixabay / Bild beschnitten.

Rezension | 23.10.2024

Raus aus der Bildungsfalle

Ein Sozialwissenschaftler sucht Wege aus der Bildungsfalle und setzt dabei auf einen starken Staat. Wie denkt darüber ein junger Journalist, der das Schulsystem verließ, noch ehe es das Gesetz erlaubte? Von Hakon von Holst.

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Bundesbank beteiligt sich an Verdrängung des Bargelds

Grafik zeigt die Stadt Frankfurt. Lizenz: Bild von Leonhard Niederwimmer / Pixabay / Bild beschnitten.

Artikel | 01.10.2024

Bundesbank beteiligt sich an Verdrängung des Bargelds

Die Deutsche Bundesbank will mittelfristig ein Viertel ihrer verbliebenen Filialen schließen. Das könnte die Akzeptanz von Bargeld im Einzelhandel weiter vermindern. Trotzdem beharrt die Bundesbank auf ihrem Plan, auch gegen interne Kritik. Von Hakon von Holst.

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