Krautfunding für meinen Lehrgang zum Holzer´schen Permakulturpraktiker

Link zu meinem Video: https://www.youtube.com/embed/Qp9ZxbzOG_0

Ich habe von Mai 2017 bis Mai 2018 am Lehrgang zum Holzer´schen Permakulturpraktiker teilgenommen. Der krönende Abschluss war die Vorstellung meiner Projektarbeit: eine Trockentoilette in Kombination mit einem Bidet, benutzbar im Sitzen und in der Hocke. Einen Aufsatz darüber habe ich hier veröffentlicht. Im Sommerbrief 2017 und mit zwei Artikeln zur Quellfassung in Niederösterreich und im Lungau habe ich aus dem Lehrgang berichtet.

Beispiel Wasser: Mit der Abholzung der Urwälder begann die Viehhaltung. Überweidung brach die Grasnarbe immer weiter auf, was zu Erosion führte. Der Boden trocknete aus, da er ungeschützt war. Auch vom Sommerregen profitierte er kaum noch, denn das Wasser sickerte nicht in den Boden hinein, nein, es nahm den fruchtbaren, doch zu Staub zerfallenen Humus mit und stürzte sich in die Flüsse. Mit der Zeit entstanden Spalten – die Erde bekam Risse. Selbst lange anhaltende Regenfälle im Winter konnten dieser Entwicklung nichts entgegensetzen. Zwar blühte die Landschaft dann für kurze Zeit, trocknete im Sommer aber wieder aus. Von diesem Phänomen, das Wüstenbildung genannt wird, sind große Teile Südeuropas betroffen.

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Tamera vor dem Bau der Seen 2007. (Bild: Simon du Vinage)

In Tamera, Südportugal, leitete Sepp Holzer 2007 zum Bau dreier Seen an. Er nennt sie Wasserretentionsbecken. Sie sind ohne jegliche künstliche Hilfsmittel abgedichtet (dazu reicht der breite Lehmdamm an der engsten Stelle des Tales) und reinigen sich durch ihre stetige Bewegung (Wind) sowie mithilfe der Uferpflanzen selbst.

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Die Ufervegetation trägt zur Stabilisierung bei und reinigt das Wasser. (Bild: Krameterhof)

Alle drei Seen füllten sich rasch und helfen seither dabei mit, eine kleine Oase zu erschaffen.

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Tamera im Frühjahr 2013. (Bild: Simon du Vinage)

Zur Philosophie der Permakultur: was Permakultur ist und was sie nicht ist

»Permakultur« (permanent agriculture) heißt dauerhafte Landwirtschaft. Und von Dauer ist nur, was im Gleichklang mit der Schöpfung ist. Darum …

  • werden in der Permakultur keine Elemente ausgeschlossen. Sonnen- und Mondkräfte, Wasser, Erde, Luft, Feuer … Alle wirken mit.
  • sollte eine Kultur die Erde nicht ausnutzen. In der Permakultur nimmt diese wieder ihren Platz als Mutter alles Lebendigen ein. Sie ist wirklich das Urweibliche selbst – die fruchtbare Erde, die die Grundlage für alles Gedeihen legt.
  • ist eine Permakultur von Beikräutern geprägt. Ich spreche bewusst von Beikräutern, denn es handelt sich nicht um Unkräuter. Kulturpflanzen leben in Symbiose mit den Wildpflanzen, sie unterstützen sich gegenseitig und profitieren voneinander.
  • werden in der Permakultur alle Wesen, Pflanzen, Tiere und Steine geachtet. Man gewährt ihnen Raum.
  • besteht eine Permakultur aus funktionierenden Kreisläufen.
  • richtet sich der Permakulturpraktiker nicht gegen die Natur, beutet sie nicht aus, im Gegenteil; schließlich gewinnen alle mehr, wenn es Tier und Pflanze gut geht.
  • kennt man in der Permakultur keine Schädlinge. Die Schuld an großen Ernteausfällen ist nicht Pilzen, Ungeziefer, Milben oder Wildschweinen zu geben. Schädlinge sind Warnungen der Natur, dass etwas aus dem Ruder gelaufen ist.
  • setzt man auf Vielfalt statt Einfalt, denn gemeinsam geht es besser als einsam.
  • kann eine permanente Kultur nicht mehr so leicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Alle Elemente erfüllen nicht nur mehrere Funktionen, sondern werden auch von mehreren Elementen getragen.
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Schweine auf dem Krameterhof. (Bild: Krameterhof)

Hakon von Holst, 2016